Hintergrund
Das Modell- und Demonstrationsvorhaben soll eine standort- und klimaangepasste, zukunftsfähige Grünlandbewirtschaftung in Deutschland voranbringen. Ziel des Vorhabens ist der Erhalt und die nachhaltige Nutzung des Dauergrünlands als tragende Säule der Futterversorgung von Wiederkäuern und als Träger zentraler Ökosystemleistungen. Vor dem Hintergrund der häufiger werdenden Witterungsextreme, des wachsenden ökonomischen Drucks und steigender Umwelt- und Tierwohlstandards sollen Wege aufgezeigt werden, wie Betriebe ihre Produktionsziele mit bestehenden und neuen Herausforderungen in Einklang bringen können. Im Mittelpunkt des Vorhabens stehen die Entwicklung, Erprobung und Demonstration einer klimaresilienten, abgestuften Grünlandbewirtschaftung.
Das Vorhaben wird bundesweit in sechs Modellregionen mit unterschiedlichen Klima-, Boden- und Betriebsstrukturen durchgeführt, um möglichst viele verschiedene Standortbedingungen abzubilden. Übergeordnet wird das Vorhaben vom Julius Kühn-Institut (JKI), Stabsstelle Grünland, koordiniert.
Die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) betreut das Projekt in der Modellregion Südwest (Bayern).
Das heißt sie begleitet und unterstützt die Demonstrationsbetriebe im Projektverlauf. Wichtiger Bestandteil des Vorhabens ist ein intensiver Wissenstransfer. Die Demonstrationsbetriebe spielen dabei eine entscheidende Rolle, indem sie ihr Praxiswissen und ihre Erfahrung einbringen, als Ansprechpartner und Lernort fungieren.
Was erwartet Sie?
- Zwischen Demonstrationsbetrieb und der LfL als Regionalkoordination wird eine Kooperationsvereinbarung abgeschlossen.
- Zu Projektbeginn gemeinsam mit dem Projektbetreuer der IST-Stand durch die Erhebung von umfangreichen Bewirtschaftungs-, Produktions-, Umwelt- und Betriebskennzahlen festgehalten
- Gemeinsam wird ein individuelles Zielkonzept erstellt, welches verschiedene, auf den Betrieb angepasste Stufen der Nutzungsintensität berücksichtigt.
- Hierbei werden gemeinsam als interessant erkannte Maßnahmen zur Effizienzsteigerung der Grünlandproduktion, zur innerbetrieblichen Verwertung, zur Förderung der Biodiversität sowie zum Klima- und Ressourcenschutz ausgewählt und dann standortangepasst kombiniert und praxisnah erprobt.
- Es ist geplant, während des Projektzeitraums jedem Betrieb max. einen Feldtag durchzuführen, um die gewonnenen Erkenntnisse auch anderen Landwirten bzw. der Öffentlichkeit näher zu bringen.
- Für die teilnehmenden Betriebe besteht die Möglichkeit eines begrenzten finanziellen Ausgleichs für den vorhabenbezogenen Mehraufwand. Nähere Informationen erhalten Sie bei der LfL.
Was erwarten wir?
- Der Betrieb ist wirtschaftlich erfolgreich und fachlich qualifiziert geführt.
- Bereitschaft zur lückenlosen und zeitnahen Dokumentation relevanter Daten.
- Duldung der für das Projekt benötigten Erhebungen und Probennahmen durch das Projektpersonal oder von ihm Beauftragte.
- Enge Zusammenarbeit mit der LfL und dem JKI.
- Durchführung der guten, fachlichen Praxis.
- Der Betrieb verfügt über ausreichende Dauergrünlandflächen/eine typische Betriebsgröße für die jeweilige Region in Bayern und stellt geeignete Flächen für die Umsetzung und Demonstration von Maßnahmen zur Verfügung.(Hierbei wird bei Auswahl der Betriebe von der LfL darauf zu achten sein, dass die drei Gebiete (1) Franken, (2) Oberpfalz bzw. Niederbayern und (3) Oberbayern/Allgäu jeweils mit zwei Betrieben im Projekt vertreten sind. Ebenfalls soll die Verteilung konventionell zu ökologisch wirtschaftenden Betreiben den Betriebsanteilen in Bayern etwa entsprechen)
- Vorteilhaft ist eine bereits durchgeführte abgestufte Grünlandbewirtschaftung, d.h. nicht alle Flächen des Betriebs werden einheitlich mit einer Intensität bewirtschaftet.
- Nutzung geeigneter Beratungs- und Informationsangebote in der Region und in den allgemein zugänglichen Medien.
- Bereitschaft zur Erprobung neuartiger Entscheidungshilfen und -verfahren.
- Unterstützung und Mitarbeit bei der Durchführung von Demonstrationsveranstaltungen und weiteren Wissenstransfermaßnahmen auf dem eigenen Betrieb (z. B. Feldtage).
- Bereitschaft zur Weitergabe der erhobenen Daten, die im Zusammenhang mit dem MuD stehen, für Auswertung und Wissenstransfer. (Bei betriebseigenen der DSGVO unterliegenden Daten verpflichtet sich dabei die LfL, dass diese nur nach Rücksprache und dann hinreichend anonymisiert weitergegeben werden.)
Interessenbekundungsverfahren
Interessierte Betriebe werden gebeten zu Informationszwecken mit der LfL Kontakt unter gruenland-und-feldfutterbau@lfl.bayern.de aufzunehmen.
Weitere Details erfahren Sie von:
Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft
Dr. Stephan Hartmann; Institut für Pflanzenbau u. Pflanzenzüchtung
IPZ 4b: Züchtungsforschung Klee, Luzerne und Gräser, Pflanzenbausysteme bei Grünland und Feldfutterbau
Am Gereuth 4
85354 Freising
Tel.: 08161-8640-3650
Auf Wunsch werden Sie bei der Erstellung der von der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung geforderten formlosen Interessenbekundungen durch die LfL unterstützt.
Diese Interessenbekundung soll eine Eigeneinschätzung und Beschreibung, ob und inwieweit ein Betrieb die oben genannten Anforderungen erfüllt bzw. erfüllen wird, enthalten. Weiterhin ist eine Beschreibung des Betriebs (Betriebsspiegel, Produktionsschwerpunkt, Absatzwege, falls bereits durchgeführt eine Beschreibung der unterschiedlichen Intensitäten der Grünlandbewirtschaftung) einzureichen.
Um teilzunehmen schicken Sie bitte die oben genannten Unterlagen der BLE bis Freitag, den 17.04.2026 im PDF-Format folgende E-Mail-Adresse:
projekttraeger-agrarforschung@ble.de
Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE)
Referat 324 – Pflanzenbau, Modellvorhaben Pflanze, Ökonomie
Sandra Weißbrodt
E-Mail: sandra.weissbrodt@ble.de
Von den Bewerbern werden die geeignetsten Betriebe ausgewählt. Ein Rechtsanspruch auf die Berücksichtigung des Betriebs im Rahmen der oben genannten Interessenbekundung besteht nicht.
